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147. VIER STÜCKE FÜR VIOLINE SOLO
 



Werkkommentar

Vier Stücke für Violine solo opus 147 (xpt) (2006/2008)

Fast möchte ich ein Bild entwerfen, um das Entstehen dieser Komposition sichtbar zu machen.
Eine Tasse mit Mehl kann sehr lange stehen, und das Mehl verändert sein Aussehen nicht. Wenn ich dieser Basis dann viel später Hefe und eine erwärmte Flüssigkeit beigebe, dann kann ich der Veränderung buchstäblich zusehen. Es wächst und dehnt sich – der Tasseninhalt arbeitet von Innen nach Aussen. Nein, im Ernst, dieser Text ist nicht für ein Kochbuch bestimmt, sondern für den Erstdruck meiner Violinstücke.
Das erste Stück verdankt sein Dasein einer kurzfristigen Einladung zu einem Geburtstagsfest und der suchenden Überlegung für ein passendes Geschenk. Übergeben habe ich dann am Abend dem Geiger Joachim Schall ein beschriebenes Notenblatt, in älterer Tradition vielleicht auch „Albumblatt“ zu nennen:
„Eine kleine Melodie“
Viele Monate lag dann das kleine Sätzchen in Kopie auf meinem Schreibtisch (das Original hatte ich ja verschenkt), oft von anderen entstehenden Partituren zugedeckt. Nachdem ich diese „Kleine Melodie“ dann immer wieder in den Händen (und auch wieder weg gelegt) hatte, war mir klar, dass diese Form des „Alleinseins“ so nicht gut ist ...!
Nach einer langen Pause von nahezu 21 Monaten kamen dann die weiteren Stücke auf's Notenpapier.
Formal liegt jetzt ein geschlossener Zyklus vor, fast wie eine barocke Sonate:
Langsam – Schnell – Langsam – Schnell.
Besonders in den beiden schnellen Stücken sind die technischen Anforderungen an den Interpreten enorm, während die langsamen Stücke - besonders Nr. 3 - die Darstellung des Lyrisch-Gesanglichen auf der Violine zulassen.
Nr. 4 – ein „Presto mobile“ ist eigentlich ein verkappter „Heuberger“, das ist ein alter Schwarzwälder Tanz, der abwechselnd im ¾ + 2/4 oder 4/4 Takt notiert wird – hier allerdings übersetzt im 5/4 Takt komponiert.

Xaver Paul Thoma
Kirchheim/Teck 10. Mai 2008



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130. STREICHSEXTETT opus 130 (2002/03)
Es existiert ein Notenblatt mit einigen Takten Musik für 2 Violinen, 2 Bratschen und 2 Violoncelli. Diese Musik ist in etwas geänderter Form in den ersten Satz „INTRODUKTION“ eingeflossen.
Gerade überlege ich, was ich über das Werk offen legen kann oder soll - was nützt dem Hörer zum besseren Verständnis?
Etwa, dass der erste Satz mit „Introduktion“ überschrieben ist und nahtlos in den zweiten Satz übergeht?
Oder dass dieser erste Satz in mehreren Anläufen gar nicht zielstrebig...





 


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